Es war ein sehr ereignisreiches Jubiläumsfest. Wochenlang mit vielen Ideen, Einsatz und Leidenschaft vorbereitet, alle Erfahrungen und Kapazitäten gebündelt, unzählige Mitwirkende begeistert - entwickelte sich ein einmaliges Fest, bei dem einmal mehr erlebbar wurde, was uns als Saatkorn ausmacht, was es mit „20 Jahre Saatkorn“ alles zu feiern gibt. Aller guten Dinge sind drei, sagt man und das machte auch bei unserem Festwochenende Sinn. Drei unterschiedliche Veranstaltungen mit eigenem Charakter, aber auch Überschneidungen bündelten sich zu einem gelungenen Ganzen.


Den Auftakt bildete am Samstag ein Begegnungsvormittag für alle ehemaligen Saatkörner, Freunde, Unterstützer, Sponsoren und Partner.  Festlich-freudig-authentisch war der Rahmen für diesen Empfang, den Vorstand, Vereinsmitglieder sowie einige Mitarbeiter und ins Boot geholte Saatkornfamilien voller Herzblut vorbereitet hatten. Etwas Anspannung lag schon in der Luft. Wer wird der Einladung folgen? Wie wird diese Veranstaltung gelingen? Gute „Begegnung“ kann man ja bekanntlich nicht machen, sie hängt maßgeblich vom teilnehmenden Personenkreis ab.

Ab 10 Uhr füllte sich unser großer Flur mit vielen Gästen. Zu Beginn der Veranstaltung führte ein eigens hierfür produzierter Videoclip zur Verwirklichung der „Saatkorn-Vision“ den Grund des Feierns vor Augen. Es wurde später mit einem Augenzwinkern ergänzt durch ein originelles Interviews-Video, in dem die aktuellen Saatkörner ihre kindliche Sichtweise auf den Kindergarten und das Fest erklärten.
In der festlichen Begrüßungsansprache unserer Vorstandsvorsitzenden Babett Püschel und dem Gebet von Andreas Merkel kamen sehr viel Freude und Dankbarkeit zum Ausdruck über das Gewachsene und die große Zahl von Akteuren und Unterstützern, die in den 20 Jahren daran mitgewirkt haben.

Einer von ihnen ist Matthias Groschwitz und sein Grußwort als Bürgermeister, verbunden mit dem einfallsreichen Geschenk eines ausdrucksstark dekorierten alten Wagenrades samt Glückwunschbrief und Scheck, gehörte mit zu den bemerkenswerten Momenten der Feier. Er sei stellvertretend genannt für die zahlreichen, wunderbaren Gäste, die uns mit verbindenden Glückwünschen, liebevollen Geschenken, großzügigen Spenden, köstlichen Häppchenplatten, einer eigens angefertigten Motivtorte „Bauernhof“, einem riesigen Hefeteigstriezel mit einer „20“, aber auch einfach mit ihrem Kommen überrascht haben. Dafür nochmals unser allerherzlichster Dank. Ach, und nach dem feierlichen Sektanstoß und Tortenanschnitt gab es noch viele gut genutzte Gelegenheiten der Begegnung: Gespräche, Genießen, Spielen, Umschauen, Festbasar, Fotopräsentation und eine Infotafel über unser Zukunftsprojekt.


15 Uhr startete bei bestem Wetter das große Familienfest für alle derzeitigen Saatkörner. Überaus gut angenommen nach der langen Zwangspause, erlebten ca. 150 Kinder, Eltern und Großeltern ein wunderschönes Fest mit interessanten Programmpunkten, kreativen Angeboten und leckeren Buffets aus eigener Zubereitung. Das gewachsene Zusammenwirken von Leitung, Team und Eltern ließ das Fest zu „unserem Fest“ werden mit unverwechselbarer Atmosphäre. Da schließen wir auch unsere Freunde von der Freiwilligen Feuerwehr mit ein!

Nach den Begrüßungsworten der Leiterin stießen die Kinder feierlich mit Kindersekt an. Anschließend übergaben die Schulanfängereltern den nachfolgenden Kindern ein mit viel Aufwand und Detailliebe entworfenes und gebautes Mitmachspiel zum Thema Bäume und Tiere. Danach wurde die aus Spenden finanzierte kleine Rutsche im neuen Krippengarten eingeweiht.

Und schließlich folgte eine feierliche Baumpflanzung. Die Wassertropfen hatten im Winter im Wald eine Kastanie gefunden, die bereits keimte. Sie nahmen sie mit in ihr Gruppenzimmer und beobachteten sie beim Wachsen. Nun bekam der kleine Baum anlässlich des Jubiläums einen Ehrenplatz im Naturgelände.

Viel zu schnell verging die Zeit zum Spielen, Schlemmern und Erzählen. 18 Uhr trafen sich alle zum Abschluss im Festzelt. Die Puppen des Marionettentheaters Gelenau erzeugten mit ihrer Zirkusshow noch einmal großen Spaß und beste Stimmung. Zur Finanzierung dieses Highlights hatten die Großeltern beim Oma-Opa-Tag zusammengelegt …

Das Zelt leerte sich und alle bekamen einen Luftballon. Schnell noch einen Anhänger befestigt und dann flog das Meer bunter Luftballons davon. Die Blicke gingen zum Himmel, sahen einen Regenbogen und unsere Ortkulisse … wertvolle Erinnerungen werden bleiben.

Der Festgottesdienst am Sonntag vereinte heutige und ehemalige Saatkörner noch einmal am Ausgangspunkt unserer Zwanzigjährigen Saatkorngeschichte: In der Hohndorfer Kirchgemeinde. Eine große, selbstgestaltete Uhr grüßte vom Altarplatz und verwies auf das Thema Zeit, unser Jahres- und Festthema. Nach der Begrüßung durch Diakonin Babett Püschel war erstmal Zeit zum Singen. Eine eigens gegründete kleine Band aus ehemaligen Saatkörnern lud zum Mitsingen zur Ehre Gottes ein. Dann erfreuten die Saatkornkinder und das pädagogische Team mit zwei schönen Liedern aus ihrem Alltag, in dem gern gesungen wird.

Was die Bibel zum Thema Zeit sagt, las Richard vor (Text aus Buch Prediger 3,1-11). Es folgten ein Anspiel der Hortkinder und ein interessanter Input mit Beteiligung der ganzen Gemeinde. Beginnend mit den Jahreszeiten und dem Kirchenjahr wurden verschiedenste Zeiten erörtert, auch unsere Gründungszeit und was uns damals bewegt hat bzw. heute bewegt. Hierzu wurden noch einmal der Videoclip über die Vision und das Kinderinterview vom Samstag gezeigt – ergänzt durch ein weiteres Video, in dem die heute jungen Erwachsenen auf ihre Kindergartenzeit zurückblickten und Resümee zogen.

Pfarrer Andreas schlug in seiner Kurzpredigt den Bogen zu Gott, der uns die Zeit schenkt und mit uns geht. Am anschließenden Gebet waren wieder frühere Saatkörner beteiligt.
Zum Abschluss sangen ehemalige und heutige Saatkörner zusammen ein beliebtes Lied aus der Anfangszeit: „Alles muss klein beginnen …“. Was daraus entstanden ist, lässt staunen und danken!

Mirjam als Schülerpraktikantin

Unsere Kindertagesstätte ist eine gefragte Praktikumsstelle. Wir freuen uns immer, wenn Schüler, angehende Sozialassistenten, künftige Erzieher oder Studenten in unserer Einrichtung ein Orientierungs- oder Prüfungspraktikum absolvieren. Gern beziehen wir diese jungen Menschen in unsere Arbeit für die Kinder ein und begleiten sie professionell. Fast alle pädagogischen Mitarbeiter haben sich hierfür zum „Praxisanleiter“ qualifiziert. Etwas Besonderes ist es, wenn ehemalige Saatkörner als Praktikanten wiederkommen so wie Maria und Mirjam. Sie haben sich einem kleinen Interview gestellt.

Sylvia Tiesies: Liebe Maria, liebe Marjam, wir freuen uns sehr, dass ihr als ehemalige Saatkörner euer Schülerpraktikum vom 19.05.-03.06. ausgerechnet in unserer Einrichtung absolviert. Stellt euch bitte mal kurz vor und verratet uns, warum ausgerechnet im Saatkorn?

Maria: Ich heiße Maria und ich wohne in Rödlitz. Zurzeit bin ich in der 9. Klasse auf dem Gymnasium in Lichtenstein. Ich wollte von Anfang an ein soziales Praktikum machen und es war für mich klar, wenn ich in den Kindergarten gehe, dann in den, in dem ich selbst auch war.

Mirjam: Mein Name ist Mirjam. Ich bin 15 Jahre alt und wohne in Lichtenstein. Außerdem gehe ich in die 9. Klasse des „Prof. Dr. Max Schneider“ Gymnasiums, durch welches ich ein Praktikum absolvieren muss. Als meinen Praktikumsplatz habe ich mir den Kindergarten Saatkorn ausgesucht, weil ich selbst dort war und ich es dort sehr toll fand. Den „Saatkor“ habe ich mir auch ausgesucht, weil es ein christlicher Kindergarten ist und mir mein Glauben sehr wichtig ist.

Sylvia Tiesies: Wie geht es euch nun als Praktikantinnen, welche Aufgaben sind zu meistern?

Maria: Es ist interessant im alten Kindergarten sozusagen mal hinter die Kulissen zu schauen. Ich bin in der Krippengruppe eingeteilt. Dort helfe ich der Krippenerzieherin und gehe ihr sozusagen zur Hand. So helfe ich etwa den Kindern beim Anziehen oder beim Händewaschen. Draußen im Garten passe ich mit auf sie auf und spiele mit ihnen, wenn sie es wollen. Allerdings gehört auch Flur kehren und abwaschen dazu.

Mirjam: Ich finde es selbst jetzt noch hier im Saatkorn sehr schön. Vor allem das Essen ist hier besser als in der Schule. Mit den Kindern zu spielen ist wundervoll und meistens hören sie auch gut: ). Ich finde es interessant, den Beruf einer Kindergärtnerin/Erzieherin näher kennenzulernen. Bis jetzt musste ich beim Essen austeilen, Zähneputzen und Anziehen helfen. Außerdem durfte ich bei den Vorbereitungen der Waldwoche und bei Dingen für die Kindergartenmappe helfen.

Sylvia Tiesies: Wann habt ihr unsere Einrichtung besucht? An was erinnert ihr euch besonders? Was habt ihr rückblickend mitgenommen bzw. was hat euch geprägt?

Maria: Ich bin im Herbst 2008 in den Kindergarten gekommen und war in der Lichtstrahlengruppe. Ich erinnere mich noch gut daran, dass wir viel mit Kartoffeln gebastelt haben. Wir haben sie also als Stempel benutzt. Ich bin sehr froh darüber, dass ich im Saatkorn zwei meiner besten Freundinnen kennenlernen konnte und mit ihnen heute noch sehr eng befreundet bin. Eine davon ist Mirjam.

Mirjam: Ich selber war von 2009 – 2013 im Saatkorn. Früher war ich in der Lichtstrahlengruppe. Wie schon vorher gesagt, fand ich es immer sehr schön im Kindergarten. Allerdings habe ich von früher alles viel größer in Erinnerung. Ich kann mich noch gut an die Waldwochen erinnern und dass wir Blätter oder Blumen gesammelt haben, um dann die Oberflächen abzupauschen. Und ich habe dort auch meine allerbesten Freunde kennengelernt (zum Beispiel Maria, die auch mit mir hier im Saatkorn ihr Praktikum absolviert) und ich habe meine ersten Schritte mit Gott gemacht.

Sylvia Tiesies: Herzlichen Dank für eure Offenheit und die Beantwortung der Fragen. Danke auch für eure wertvolle Unterstützung. Und vielleicht sehen wir uns zum Treffen der ehemaligen Saatkörner anlässlich unseres Zwanzigjährigen wieder?

Mirjam: Wir sind sehr froh, dass wir heute, wie auch früher im Saatkorn waren und freuen uns, dass dieser wundervolle Kindergarten schon 20 Jahre alt wird. Herzlichen Glückwunsch!

Mirjam und Maria als Saatkörner

Maria als Schülerpraktikantin

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